Hypnose - Hypnosetherapie

 

Hypnose hat im allgemeinen immer den Flair von etwas Geheimnisvollem, Magischem und nicht ganz Realem. Dem Hypnotiseur werden geheimnisvolle und magische Kräfte zugesprochen und eine gewisse Auserwähltheit und/oder Besonderheit. Dass man Hypnose einfach lernen kann wie jede andere Fähigkeit auch, ein gewisses vorhandenes Talent vorausgesetzt, erscheint den meisten Menschen nicht besonders glaubhaft.

 

 

Der Unterschied zwischen Showhypnose und seriöser Hypnose.

Die Showhypnose nutzt das Missverständnis zur Hypnose und verstärkt dabei noch eher den mystifizierenden Schleier des Aberglaubens für die gewünschte Manipulation des Publikums. Oft werden plumpe Manipulationstechniken dadurch verschleiert und mystifiziert und größer gemacht als sie wirklich sind, indem man sie mit den Begriff Hypnose umgibt. Das Resultat ist dann i.d.R., daß im allgemeinen die Menschen mit dem Begriff Hypnose nur die scheinbar mystischen, grandiosen Manipulationen von Menschen verbinden. Für den seriösen Hypnotiseur ist es oft sehr schwer oder oft gar unmöglich, die Menschen dazu zu bringen, diese falschen Vorstellungen aufzugeben, und ein Interesse für die wirklichen Möglichkeiten, welche die Hypnose vorzüglich bietet, zu wecken. Die Tatsache zu vermitteln, dass Showhypnose NICHT wirkliche Hypnose ist und hauptsächlich etwas mit Massenmanipulation zu tun hat, ist eine nicht ganz leichte Aufgabe. Wirkliche Hypnose hat nichts mit dem Hokuspokus und der beachtlichen Massenbeeinflussung der Showhypnose zu tun, sondern ist ein mächtiges Verfahren, um Menschen sowohl im körperlichen und auch seelischen Bereichen zu helfen.

Es soll an dieser Stelle keine Verurteilung der "Showhypnose" geschehen, weil dieses wohl in der Vergangenheit und auch noch jetzt immer wieder und ohne anhaltende Wirkung geschah und geschieht, und für den unbedarften Menschen oft nur der Eindruck übrig bleibt, das die sog. seriösen Hypnotiseure vielleicht doch nichts anderes sind als Versager, die nicht an die Leistungen der "großen (Show)Hypnotiseure" herankommen, und diese dann doch nur aus bloßem Missgunst verteufeln, weil sie selbst nicht "die (besondere) Kraft haben", und nicht wirklich hypnotisieren können. Irgendwie stimmt es, aber doch ganz anders, als dass es sich Laien vorstellen: wer wirklich in der Technik der Hypnose bewandert ist, muss nicht deshalb ein großer Showmann sein, der einzelne Menschen oder gar Massen be- und verzaubern kann.

 

Vielleicht ist es an dieser Stelle auch sinnvoll, den Unterschied zwischen Show- und Heilhypnose kurz zu beleuchten. Der sog. Showhypnotiseur ist, wenn er gut ist, ein guter Techniker, ähnlich dem des "Zauberers" auf der Bühne. Doch neben der Beherrschung der Ablenkung und Verschleierung, wobei i.d.R. die Konzentration des Publikums abgelenkt oder kanalisiert wird, besitzt er noch die große Gabe der Massenbeeinflussung. Mit Hilfe der Massenbeeinflussung wird dann auch der "Freiwillige" auf der Bühne manipuliert. Dieser will vor dem großen Publikum glänzen, und unterliegt der grandiosen Massensuggestion und die des Showhypnotiseurs! Die dann offensichtliche Beeinflussbarkeit des Freiwilligen auf der Bühne wird dann benutzt, um wiederum die Zuschauer zu manipulieren usw. usf... Die erfolgreichen Showhypnotiseure haben ein großes bewusstes oder unbewusstes Wissen über die Massenpsychologie, welches sie dann auch effektvoll einsetzen. Und i.d.R. werden dann auch aus der Masse der Freiwilligen nur diejenigen ausgesucht, die sehr suggestibel sind, d.h., sich auch im allgemeinen sehr gut hypnotisieren lassen. Das, was in einer Hypnoseshow nicht in Ordnung ist, ist der Umstand, das dies alles nur gemacht wird, "um eine gute Show zu machen". Dabei kann es vorkommen, dass der Freiwillige nachher mit gewissen psychischen und physischen Schwierigkeiten aus der Show entlassen wird.

Die Frage, die sich jetzt stellt, ist die, wo denn genau der Unterschied zwischen Showhypnose und Hypnose in einer Psychotherapeutischen-, Naturheil-, Ärztlichen- und Hebammenpraxis liegt: 

Als übergreifende Größe wird gewöhnlich die Absicht, also das WARUM man letztendlich Hypnose macht, aufgeführt. Der Showhypnotiseur benutzt seine Fähigkeiten dazu, mit effektvollen Tricks und Gaukelwerk eine gute Show zu machen. Jede Manipulation, die der Show dient, ist erlaubt und wird unter dem Begriff Hypnose mystifizierend subsumiert. Probanden werden dabei nur unter dem Aspekt der Brauchbarkeit für die Show gesehen und meist auch nur so benutzt.

 

Der Mensch, der die Hypnose von einen Psychotherapeuten, Heilpraktiker, Hebamme oder Arzt bekommt, kommt zu einer (wie auch immer gearteten) Heilbehandlung.

Im ersten Fall ist die Hypnose nur das Mittel um eine "große Show" zu fabrizieren. Und im anderen Fall wird sie als ein Werkzeug für eine physische oder psychische Heilung oder Linderung eingesetzt. In beiden Fällen wird die Hypnose aber nur zur Manipulation der Menschen eingesetzt, meinen seine Kritiker.

Schmäher der Hypnose, die nicht nur oberflächlich argumentieren, sagen dann z.B., dass sowohl bei der Showhypnose als auch bei der "klientenorientierten Hypnose" nichts anderes geschieht, als dass die Menschen in ihrer (Selbst- und Fremd-)Wahrnehmung mit suggestiven Mitteln manipuliert werden und man - in beiden Fällen - NICHT von einer fassbaren Wirkkraft der Hypnose sprechen kann. Genau das Gegenteil ist richtig! Glücklicherweise gibt es wissenschaftliche Untersuchungsmethoden mit denen man nachweisen kann, daß (zumindest) seriöse Hypnose reale Veränderungen auf den physischen und psychischen Ebene der Menschen bewirken. Bevor wir aber zu den einzelnen Erklärungsmodellen kommen, die die Frage beantworten, auf welche Weise Hypnose tatsächlich Veränderungen auf der physischen und psychischen Ebene bewirkt, wollen wir noch kurz die einzelnen Arten der Hypnose streifen.

 

 

Von den unterschiedlichen Hypnosearten.

 

Fast alle Menschen verbinden mit Hypnose einen besonderen Bewusstseinszustand eines Menschen, der sich in der Hypnose an Dinge erinnern kann, die ihm ansonsten im normalen Wachbewusstsein nicht zugänglich sind. Die Hypnose wird also in diesen Fällen als eine Technik benutzt, um Erinnerungen zu ermöglichen, zu denen es ansonsten keinen Zugang gibt. Unfälle mit Erinnerungsstörungen gehören dazu, ebenso wie so etwas Banales wie einfach etwas vergessen haben. Da gibt es Beispiele, daß Menschen eine hypnotische Praxis deshalb aufsuchen, weil sie sich nicht mehr erinnern können, wo sie das Los hingelegt haben, welches jetzt als großer Gewinn bekanntgeben wurde.

 

Erinnerungsfähigkeit fördern.

Meist ist es jedoch der Wunsch, über seine Vergangenheit und Kindheit mehr zu erfahren, welcher die Anziehung zur Hypnose auslöst. Bei diesen Wünschen und Erwartungen der Klienten wird dann die hypnotische Rückführung ebenso angewandt wie die Rückführung in "frühere Leben". Dabei wird auch von guten Therapeuten die Rückführung in "frühere Leben" ebenso akzeptiert, wie die Rückführung in die eigene Kindheit. Dies braucht dann NICHT mit Scharlatanerie zu tun zu haben, sonder wird oft von einigen Therapeuten deshalb zugelassen, weil die Bilder und Gefühle, die in der Rückführung erlebt werden, als "therapeutisches Material" gewertet werden können, was oft ebenso wertvoll ist wie die Bilder, Gefühle oder andere sinnesspezifische Sensationen, die z.B. bei der Anwendung des "Katathymen Bilderleben" auftreten. Der Hypnotherapeut braucht also nicht selbst daran zu glauben, daß es möglich ist, in "frühere Leben" einzutauchen, sondern kann das "Material", das in einer Rückführung gewonnen wird, als "innere unbewußte Struktur" ansehen, die dann therapeutisch bearbeitet werden kann.

 

Suggestionen verstärken.

Als weitere Möglichkeit bietet die Hypnose die Möglichkeit, wertvolle unterstützende Suggestionen effektiver anwenden zu können. Im Zustand der Trance ist der betreffende Proband eher und leichter bereit, diese Suggestionen anzunehmen und sie dadurch in sich noch tiefer wirken zu lassen, was dann einer wesentlichen Verstärkung der Suggestionen gleichkommt. Vor dieser Art und Wirkkraft der Anwendung der Hypnose haben auch die meisten Menschen (bewusst und unbewusst) Angst. Aber - von Ausnahmen abgesehen - ist diese Angst unbegründet, weil auch Suggestionen, die in Trance gesetzt werden, NICHT wirken, wenn sie den Werte- und Persönlichkeitsteilen des Klienten widersprechen. Grundsätzlich kann man sagen, dass ALLE Suggestionen, die auch unter Hypnose gegeben werden, nie zu Verwirklichung gelangen, wenn sie den Wünschen, Werten und Glaubenssätzen des Hypnotisierten (aus tiefster Seele) widersprechen. Auch Suggestionen (oder gar Anleitungen), die in der Hypnose gegeben werden, haben keine Wirkungen, wenn der Proband diese wirklich innerlich ablehnt. Die Schauermärchen, die in so manchen Filmen zu Spannungssteigerung eingeflochten werden, wo ein Mensch mittels Hypnose so manipuliert wird, dass er einen Mord begeht, den er im Wachbewusstsein nie begehen würde, ist reine Effekthascherei und entbehrt jeder realen Grundlage.

Wohl kann ein Mensch mit Hilfe der Hypnose etwas tun, zu dem er im allgemeinen nicht (so ohne weiteres) fähig wäre, aber die Hypnose kann ihn nie zu etwas befähigen, zu dem seine ganze Persönlichkeit NEIN sagt. Menschen, die in einer Showhypnose "den Affen machen", machen das Gleiche auch ohne Hypnose, wenn sie nur genügend dabei unterstützt werden. Menschen, die eine solche selbsterniedrigende Show für sich ablehnen, würden dies auch nach einer langen, intensiven und tiefen Hypnosebehandlung nicht tun. Dass auch die intensivste Hypnosebehandlung NICHTS gegen das ausrichtet, was irgendwie zum Kern der Persönlichkeit gehört, zeigt auch gleichzeitig die Grenzen der Suggestionshypnose auf. Die Suggestivhypnose kann nur das Verstärken, was auch vorhanden ist und von den Hypnotisierten akzeptiert wird. Sicherlich kennt ein guter Hypnotiseur ein paar Tricks, um ein paar leichte Disharmonien zu umschiffen, er wird aber an der wirklichen inneren Wiederstand seines Probanden scheitern, wenn er ein Verhalten oder eine Einstellung mittels Hypnose setzen will, die diesem widerspricht, und dies ist auch gut so...

Neben diesen beiden großen Gruppen der Hypnose, auf denen sich alle weiteren Arten aufbauen, sollten wir uns noch mit den beiden großen Gruppen der Anwendungsarten der Hypnose beschäftigen.

 

 

Die autoritäre und die klientenkonzentrierte Hypnose.

 

Früher, vor der Zeit von M. Erikson, gab es eigentlich nur die autoritäre Hypnose. Der Proband ist dabei sehr passiv und der Hypnotiseur aktiv. Der Klient musste an seinen Hypnotiseur glauben, oder (wenn auch unbewusst) an seine magische Kraft. Der Proband braucht bei dieser Behandlungsform nur das Eine aktiv zu tun, d.h. sich nur hinzulegen und versuchen, sich innerlich zu öffnen, und auf die Stimme des Hypnotiseurs zu hören. Dabei darf und sollte derjenige, der sich hypnotisieren lässt, ganz passiv sein und darauf hoffen (oder glauben) das der Hypnotiseur 'das schon richten wird'. Derjenige, der die Hypnose genoss, brauchte nichts zu machen, außer sich wirklich zu entspannen, und/oder seine Augen auf einen Gegenstand zu fixieren. Dieser war dann auch glitzernd und spiegelnd, so dass dann - meist noch bei Kerzenlicht - die richtige Atmosphäre aufkam, die den Probanden 'innerlich erschaudern ließ', um sich dann um so stärker emotional an den Hypnotiseur zu klammern, und sich noch mehr auf den fixierten Gegenstand zu konzentrieren. Bei dieser Hypnose war das Ziel (welches nur unter Eingeweihten bekannt war), dass sich das Ich des Klienten zurückzog, um dann dem Über-Ich, welches der Hypnotiseur darstellte, die 'unbeschränkte' Macht zu übereignen. Sigmund Freud, der Vater der Psychoanalyse übte diese Hypnose als Psychiater und Neurologe zuerst auch aus, und verfeinerte die Technik der Katharsis, indem er für sie ein immer feiner gesponnenes Erklärungsmodell entwickelte. Aus den zuerst nur bruchstückhaft gewonnenen Erkenntnissen anderer Hypnotherapeuten und seinen eigenen Erfahrungen mit der Hypnose entwickelte Freud dann ein therapeutisches Verfahren der freien Assoziation, welche er Psychoanalyse nannte.

An dieser Stelle ist es für uns nur wichtig, dass der Kern der autoritären Hypnose die Suggestion und die Katharsis sind.

Da die beiden Begriffe Suggestion und Katharsis immer wieder herumgeistern, wenn man über Hypnose redet, müssen wir sie zuerst einmal näher erklären, weil man nicht vernünftig über Hypnose reden kann, wenn man diese Begriffe nicht vorher eindeutig charakterisiert hat.

 

 

Suggestion.

Von Suggestion sprechen wir immer dann, wenn wir einen (bestimmenden) Einfluss beschreiben wollen oder müssen, der "von Außen" kommt. Weiterhin muss dieser äußere Einfluss ein wirksamer sein, und von anderen Menschen oder den Betroffenen wahrgenommen werden.

Z.B. wirken alle Umwelteinflüsse, also alle Menschen denen man begegnet und alle Gegenstände um uns herum, einen Einfluss auf uns aus, wobei wir dieses nicht einmal bemerken (uns nicht bewusst ist), eben nur durch den Umstand bedingt, dass dieser Einfluss permanent und stetig ist. Erst der Unterschied zum Gegebenen lässt uns erkennen, dass etwas da ist und/oder wirkt. Dabei muss ein vorhandener Unterschied in der Intensität bemerkbar sein, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

Aber die Wahrnehmung dieses Unterschiedes bedeutet nicht zwingend, dass sie auch einen großen Einfluss auf ein Lebewesen ausübt, vielmehr gilt eigentlich nur, dass sie vorhanden sind. Einflüsse die permanent und gleichförmig sind, und dadurch einen großen Einfluss auf uns ausüben, werden kaum - bewusst - wahrgenommen, obwohl sie sehr wirksam sind. Kurzfristige markante Unterschiede werden eher wahrgenommen, sind aber i.d.R. unwirksamer, um Veränderungen zu bewirken. In Wahrheit haben wir Menschen keine besonders große Fähigkeit, wirksame Einflussnahmen auf uns selbst festzustellen. Wir registrieren wohl kurzfristige Veränderungen sofort, aber bei langfristigen latenten Einwirkungen versagt unsere Wahrnehmung fast vollständig. Erst in der Retrospektive, also in der Rückschau, können wir permanent wirkende Einflüsse und ihre Wirksamkeit tatsächlich erkennen.

Irgendwie scheint es in der Entwicklung des Menschen wichtiger gewesen zu sein, kurzfristige Veränderungen der Umwelt (und dazu gehört auch das Verhalten anderer Menschen) intensiver zu registrieren, als kleinere und lang andauernde Veränderungen oder Einwirkungen. "Man gewöhnt sich schon mit der Zeit daran", sagt der Volksmund selbst dann, wenn dies permanent negative Wirkkräfte sind.

 

Nun gibt es aber einen großen Unterschied in der oben dargestellten Gesetzmäßigkeiten der Wirksamkeit von äußeren Einflüsse auf den Menschen. Aus der Lerntheorie (siehe: 'Die gefesselte Seele', Kapitel "Ausflug in die Lerntheorie" auf dieser Homepage) wissen wir, dass Lernprozesse nicht alleine durch ihre Intensität, sondern auch durch ihre Anzahl der Einwirkungen gesetzt werden.

Da Lernprozesse gleich Veränderung bedeuten, muß diese Annahme auch für die Hypnose gelten. Und um so verwunderlicher erscheint es den Laien, dass z.B. nach nur wenigen Sitzungen eine langjährige Schlaflosigkeit behoben werden kann, oder gar eine lebenslang erlittene Angsterkrankung behoben wird, oder doch entscheidend gemildert werden kann.

 

Das Erklärungsmodell der autoritären Hypnose würde hierzu z.B. folgende Erklärung abgeben: Durch das Setzen einer (tiefen) Trance wird der innere Widerstand des Klienten derart vermindert, das die Suggestionen des Hypnotiseurs ungehindert im Kern des Ich's des Hypnotisierten eindringen kann, indem sie das Ich der hypnotisierten Person umgehen, und den Hypnotiseur (wenn auch nur vorübergehend) als Über-Ich-Instanz in der betroffenen Person installieren. Dies ist also das alte psychoanalytische Erklärungsmodell.

Nach diesem Schlenker in die Welt der Psychoanalyse müssen wir aber wieder zurück zur Suggestion kommen. Lebewesen mit einem höher entwickelten Gehirn können deshalb schneller lernen (sich verändern), weil sie sich erinnern können. Und dies Erinnern geschieht sowohl bewusst als auch unbewusst. Sich immer wieder an eine Situation erinnern, bewirkt neben der Wiederholung der Informationen zu der betreffenden Situation auch immer wieder das Erleben der dazugehörigen Gefühle. Diese sich wiederholende Situation als Erinnerung kann man auch als permanentes Erleben der gleichen Situation bezeichnen, die dann einen Lerneffekt oder eben eine Veränderung bewirkt. Die Technik der Suggestion nutzt dann auch diesen Effekt, indem sie die gewünschte Suggestion immer wieder wiederholt, so dass sich der Klient gut an sie erinnern kann, um diese dann in sich selbst bewusst und unbewusst auch noch zu erinnern = wiederholen. Weiterhin wird der Lerneffekt durch Suggestionen dadurch verstärkt, dass sein innerer Bekräftigungseffekt praktisch genutzt wird.

Aus der Lerntheorie wissen wir, dass ein Lernerfolg um so schneller und tiefer erfolgt, oder überhaupt nur möglich ist, wenn das zu beobachtende Verhalten nicht nur besser ist als das aktuelle Verhalten, sondern auch noch erfolgreicher. Um gut lernen zu können, muss das gelernte Verhalten auch erfolgreich sein, was als Rückmeldung von anderen Menschen oder einem selbst bewirkt werden kann. Gute Hypnotiseure nutzen diese Technik natürlich auch, indem sie sogar so weit gehen, dass sie während einer Hypnose ein Verhalten bestätigen, welches der Klient erst in Zukunft ausführen wird.

 

Z.B.: "...und so, wie Du Vieles im Leben erreicht hast, indem Du Dir selbst vertraut hast, wirst Du ab heute und in jeder Nacht besser und tiefer einschlafen und Dich dabei tief entspannen, so tief, wie es für Dich gut ist. Und wenn Du am Morgen aufwachst, wirst Du Dich erholt und frisch fühlen, so frisch wie Du Dich immer dann gefühlt hast, wenn Du tief geschlafen hast und Du erholt und frisch aufgewacht bist. Und dabei wirst Du spüren und wissen, dass Du immer gut schlafen kannst, indem Du Deinem Unbewussten vertraust, das Dich immer gut geleitet hat, wenn Du ihm vertraut hast. Und mit diesem Vertrauen wirst Du wissen, wie es ist - von Tag zu Tag, von Monat zu Monat - tiefer und fester zu schlafen. Und weil es Dir dabei immer besser geht und Du Dich wohl fühlst, weil Du immer mehr für Dich erreichen kannst, wirst Du dadurch auch immer tiefer und leichter einschlafen, und - von Tag zu Tag - besser durchschlafen, wirst Du Dich dadurch auch besser und tiefer entspannen, so tief, wie es für Dich gut ist. Und mit dem Wissen, dass alles so geschehen wird...".

In diesem Beispiel (natürlich ausgefüllt mit Pausen) wird nicht nur die Bekräftigung des Erfolges schon vor-weg-genommen, sondern noch an andere Zustände erinnert, wo das, was erreicht werden soll, schon geklappt hat. Die Bekräftigung des Erfolges wird also in dieser Suggestion noch durch das Erinnern an alte Erfolge verstärkt. Außerdem wird dem aufmerksamen Leser noch aufgefallen sein, das ALLES miteinander verknüpft wird, auch wenn es unlogisch ist, und untereinander auch Behauptungen aufgestellt werden DIE ES SO eigentlich NICHT GIBT. Im Grunde wird man vielleicht nur noch - bewusst - behalten, das man in Zukunft irgendwie besser schlafen wird. Im Laufe einer solch Sitzung wird die bewusste Aufmerksamkeit sinken, und einer tranceähnliche Neugierde Platz machen.

Die hier vorgestellte Technik der Suggestion hat auch schon die Werbung längst aufgegriffen, und die wesentlichen Punkte der Suggestion: Wiederholung, Verknüpfung von positiven Empfindungen mit dem, was erreicht werden soll. Positive Erinnerung und Senkung der bewussten Aufmerksamkeit werden in jeder Werbung realisiert. Gut gemachte Werbung arbeitet immer mit diesen Mitteln, und der Hypnoseanfänger kann aus ihr sehr viel über Suggestion lernen, indem er sie mal ganz bewusst auf die Kernmerkmale der Suggestion abklopft (dies ist übrigens auch eine suggestive Behauptung...).

 

Das in den Suggestionen kein wirklicher Sinnzusammenhang vorhanden ist, wird nicht nur dazu benutzt gewünschte Verknüpfungen herzustellen, sondern auch um die Logik und den Verstand auszuschalten. Denn wenn ein Mensch seinen Verstand ausschaltet, lebt er weitgehend im Unbewussten. Und da die Menschen unseres Kulturkreises eher dem Verstandesdenken den Vorzug geben, sind ihre unbewussten Ebenen meist recht unterentwickelt, und fallen auf gute Suggestionen schnell herein. Und dies verstärkt das Unsicherheitsgefühl, welches wiederum eine innere Rückzugstendenz unterstützt, die für das erfolgreiche Setzen von Suggestionen positiv ist.

Die alte autoritäre Hypnosemethode arbeitete immer mit dem Unsicherheitsfaktor und der Überlagerung mit Suggestionen. Der Klient wird in seiner Unsicherheit unterstützt und diese wird auch noch verfestigt, wobei das Auftreten von Katharsis diesen Prozess noch unterstützt. Am effektivsten ist die autoritären Methode wohl dann, wenn einmal die sanfte Suggestionsmethode und danach die Methode der Katharsis angewandt wird und umgedreht, nach einer Katharsissitzung die sanfte Suggestion. Auch innerhalb einer Sitzung kann man die einzelnen Methoden auch noch abwechselnd anwenden, was die Unsicherheit des Klienten erhöht aber auch die Effizienz der Hypnose erheblich steigert.

Doch bevor wir uns damit beschäftigen, warum die alte autoritäre Methode nicht mehr so oft angewandt wird und wir heute eher der klientenorientierten Methode den Vorzug gegeben, müssen wir uns noch mit dem sagenumwobenen Begriff Katharsis beschäftigen. Bevor wir damit beginnen sollten wir festhalten, dass Suggestion oft in Zusammenhang mit Trance benutzt wird, dieses aber beides eigenständige Mittel sind, um sich selbst oder andere Menschen zu beeinflussen (manipulieren).

 

 

Katharsis.

Es gibt ein paar Begriffe aus der Psychotherapie, die auch die Alltags- bzw. Sprachwelt erreicht haben. Unter diesen Begriffen ist auch Katharsis zu finden. Doch oft verstehen die Menschen sehr unterschiedliche Dinge unter diesem Begriff. Katharsis wird am häufigsten mit den "Kater" in Verbindung gebracht, den man nach einer durchzechten Nacht am anderen Morgen hat. Doch mit diesem Kater hat Katharsis nichts zu tun.

Der psychotherapeutische Begriff 'Katharsis' beschreibt keinen Zustand, sondern einen Prozess. Das Lexikon beschreibt Katharsis einmal als "innere Reinigung durch Bewusstwerdung verdrängter Konflikte" und auch "nach Aristoteles, die seelisch reinigende Wirkung der Tragödie".

Da der Vater der Psychotherapie, Sigmund Freud, in der Sagenwelt der griechischen Mythologie verhaftet war, nahm er seine psychotherapeutischen Begriffe aus ihrem Wortschatz. Vor und zur Zeit Freuds war die Katharsis die einzige wirklich befriedigende Technik, Psychotherapie zu praktizieren. Das Grundprinzip der Katharsis war, dass der Leidende sich in die Situation hineinbegeben musste, welche die vermutliche Ursprungssituation sein sollte, aus der das Leiden oder die seelische Störung seinen Anfang genommen hatte. Per Definition war eine solche Situation aus der Vergangenheit dann die traumatische Situation, die "wiederbelebt" werden musste, damit sie in der Gegenwart abreagiert werden konnte, um dem akuten chronischen Leiden oder der Störung die Grundlage zu nehmen.

Die Theorie der Katharsis war, dass jede abnormale Reaktion seinen Ursprung in einem traumatischen (Trauma=Verletzung) Erlebnis hatte. Durch die "Wiederbelebung" dieser Situation, die sich im Erinnern dieser Situation einstellte, wurde die Möglichkeit geschaffen, diese aufzulösen. Das Denkgebäude, welches der Katharsis zu Grunde lag, war - wie das gesamte Denken von Freud - ein Denken in "elektrischen Zusammenhängen". In diesem Denken war es logisch und sinnvoll, dass eine Kraft oder die Triebe eine an-und-für-sich tote Situation wiederbeleben konnte. Wenn die Wiederbelebung dieses alten Traumas intensiv und lange erreicht werden konnte - war die alte Vorstellung - dann müsste sie auch wieder aufzulösen sein. Der Gradmesser, ob diese Situation auch gründlich genug bearbeitet wurde, war der Grad der Emotionen, die der Patient dabei erlebte. Der Proband musste also nur genug Leiden und dabei so oft wie möglich in diese Situation hineingestoßen werden, um sich von dieser Krankheit oder Störung zu befreien. Zyniker können jetzt natürlich sagen, daß die alte Katharsis von Haus aus nichts anderes war, als die alte kirchliche Bußtechnik im medizinischen Gewand. Und sie werden damit nicht einmal unrecht haben...

Mit Hilfe der Hypnose konnte der notwendige erste Erinnerungsschritt besser und tiefer angegangen werden, als im sog. Wachzustand. Selbst der als unvermeidlich angenommene emotionaler Ausbruch konnte mit Hilfe der Hypnose besser 'in den Griff' bekommen werden. Damit der Proband das notwendige nächste Mal auch zur Sitzung erschien, wurde am Schluss jeder leidvollen Katharsis-Sitzung eine Amnesie (Gedächtnisverlust) gesetzt. Diese Amnesie am Schluss der Katharsissitzung machte es möglich, dass sich der Patient auch zur nächsten - leidvollen - Sitzung bereit fand.

Die Amnesie wurde nicht als wirkliches therapeutisches Mittel eingesetzt, sondern nur dazu, dass die Therapie nicht abgebrochen wurde.

In der heutigen modernen Hypnosetherapie wird die Katharsis i.d.R. nicht mehr angewandt, weil es effektivere Methoden gibt, um mit möglichen traumatischen Situationen umzugehen. Man ist von den Glauben abgerückt, dass traumatische Erlebnisse nur mit der Katharsis aufzulösen sind. Vielmehr zeigen Bemühungen mit der traumatischen Situation umzugehen weit größere Erfolge. Diese Erfolge können vorzüglich mit Hypnosebegleitung bewirkt werden. Auch der Einsatz der herbeigeführten Amnesie mittels Hypnose wird nur noch in wirklich therapeutisch sinnvollen Situationen zugelassen, weil die Gefahr besteht, dass man gerade mit dem Herbeiführen einer Amnesie eine Neurose setzen kann, oder eine Abspaltung von Erinnerungen, die eine Psychose fördern können, unterstützt.

Bis jetzt haben wir überwiegend die Themen behandelt, die nicht oder nicht mehr der Hypnose entsprechen. Wir haben uns zu diesen Schritt entschlossen, weil man - heute - nicht wirklich vernünftig über Hypnose reden bzw. schreiben kann, wenn man nicht ernsthaft auf die Bereiche eingeht, die der Hypnose nun mal anhaften. Diese Themen auszublenden oder blind zu verteufeln bewirkt letztendlich doch nur, dass die Menschen um so mehr davon überzeugt sind, "dass da etwas nicht stimmt".

Jeder Hypnotherapeut weiß da sein Liedchen zu singen, wenn der Klient nach erfolgreicher Behandlung in der letzten Sitzung sagt: "Es ist doch komisch, dass das Alles gewirkt hat, ohne dass ich doch ein einziges Mal wirklich in Hypnose war, denn ich habe ja alles, was Sie mir gesagt haben, gehört, und ich kann mich an alles erinnern!" Und dies, obwohl der Erfolg beachtlich war und die Aufklärung, was Hypnose ist, und wie sie wirkt, mehr als ein Mal dem Klienten ausführlich dargebracht wurde. Aber verabschieden wir uns jetzt von diesem Thema und wenden uns dem zu, wie Hypnose heute angewandt wird und welche Wirkmechanismen angenommen werden.

 

 

Die klientenorientierte Hypnose.

 

Seid den alten Ägyptern, die nachweislich die Hypnose schon angewandt haben, bis heute hat sich die Hypnose doch sehr gewandelt. Die Wirkmechanismen sind immer die gleichen geblieben, doch die Deutung dieser, wie auch ihre Art der Anwendung, hat sich gewandelt.

 

Trance

 

Wenn wir über Hypnose reden, reden wir auch immer über Trancezustände. Dabei stellt sich zwangsläufig die Frage, was denn eigentlich die Trance oder Trancezustände sind. Trance können wir als einen besonderen Bewusstseinszustand beschreiben.

Der Patient (Klient) wird von dem Heilpraktiker, der Hebamme, dem Therapeuten oder Arzt in der Hypnose in einen schlafähnlichen Zustand, oder Trance, versetzt, wo ihm neben der Entspannung, Bilder oder Situationen angeboten werden, die ihn befähigen sollen, seinen Weg zu seinem Unbewussten zu finden.

Das, was als "schlafähnlicher Zustand", als Trance oder traumähnlicher Zustand bezeichnet wird, ist eine natürliche, und von allen Menschen angewandte innerpsychische Technik, um zu lernen, und innere Veränderungen zu bewirken. Trance wird vom Hypnosetherapeuten nicht als etwas Besonderes angesehen, sondern nur als ein Bewusstseinszustand, der ganz natürlich ist, und von jeden Menschen in vielen Lebenssituationen unbewusst eingesetzt wird. So versetzen sich Menschen mehrmals am Tage in Trance, um entweder etwas genauer - innerlich - zu hinterfragen, oder um ein neues Verhalten oder eine neue Einstellung auszuprobieren und in sich zu installieren. Die Fähigkeit des "inneren Probehandelns" in einem tranceähnlichen Zustand ist eine der wesentlichen Fertigkeiten, die den Menschen in seiner Lernfähigkeit auszeichnet. Im Zustand dieses "inneren Probehandelns", welches auch als "inneres Tun" oder des "als ob"-Handelns beschrieben wird, werden nicht nur potentielle Möglichkeiten ausprobiert, sondern auch anschließend individuell bewertet und eingeordnet. Meist vergessen Menschen diese Situationen wieder, ähnlich so wie sie ihre Träume, auch wenn sie noch so wichtig waren, vergessen.

Trance ist also als ein Zustand anzusehen, in dem man zu seinen "inneren Ressourcen" sehr guten Zugang hat, und diese viel leichter und tiefer erreicht, als im Zustand des "Wachbewusstseins". Das Wachbewusstsein ist im Grunde nur ein spezieller Trancezustand, der nur von den Menschen des heutigen westlichen Kulturkreises als der eigentliche Bewusstseinszustand angesehen wird. Dies war in der menschlichen Entwicklung und Geschichte nicht immer so. So haben z.B. die Ureinwohner von Nordamerika den Schlaf- bzw. Traumzustand als "eigentlich wahren, wirklichen Bewusstseinszustand" angesehen, wie es auch heute noch die australischen Ureinwohner begreifen.

 

Normalerweise versetzen sich Menschen selbst in Trance, um tiefes Lernen zu bewirken. In diesem Zustand werden dann innere Bilder, Gefühle, Geräusche (Stimmen), Gerüche und auch Geschmacksempfindungen wahrgenommen, die den inneren Prozess begleiten, bzw. bestimmen. Die sog. "Grade" der Trance oder deren Tiefen sind nichts weiter als der Versuch, bestimmte Bewusstseinsstufen zu beschreiben. Sie sind sehr subjektiv und beschreiben an sich nichts anderes, als das Empfinden des jeweiligen Betroffenen. Es gibt nicht "die Trance", in der alle Menschen den jeweils tiefsten möglichen Veränderungsschritt leisten können, so wie es nicht die Deutung von Träumen geben kann. Alle Aussagen zu diesen Komplexen sind subjektiv. Für den Lernenden der Hypnose ist es aber unabdingbar, auch im Bereich der "Trance" mehr Klarheit zu besitzen. So muss in der Hypnoseausbildung neben fundierten theoretischen Wissen auch praktische Erfahrungen verlangt werden, die als Selbsterfahrung einen spezielleren Wert haben. Man kann nicht einfach Hypnose bei anderen Menschen anwenden, ohne nicht selbst tiefgründige Erfahrungen und Erlebnisse damit gehabt zu haben. Neben dem Wissen über das Wesen der Trance muss der Behandler auch die nötige Klarheit über seine anwendbaren Techniken besitzen. Und hierzu gehören auch die unterschiedlichen Trance-Einleitungs-Prozeduren. Die Kenntnis über Prozeßstrukturen der Trance, sowie über einzelne handhabbare Techniken, erhöhen die Flexibilität des Hypnotherapeuten. I.d.R. werden aber alle Trancen über die Einleitung der Entspannung bewirkt, was deren Handhabbarkeit (besonders für die ungeübten Behandler) sehr erleichtert.

Nun ist nicht jede Trance auch die passende Trance für Alle. Jeder Mensch wird seine Trance anders empfinden und einordnen, als ein anderer Mensch. In der klientenorientierten Hypnose gibt es somit auch nicht die standardisierte Tranceeinleitung sondern immer (wenn möglich) die persönliche. So wie jeder Mensch seine spezielle Art hat, sich zu verändern oder ein anderes Verhalten für sich einzuüben, so sollte auch die Tranceeinleitung speziell persönlich sein.

 

 

Klientenorientierte Behandlungsform.

 

In den Maße, in dem sich die Tranceeinleitung persönlich, d.h., klientenorientiert, gestaltet, so verläuft auch die gesamte Hypnose. Wenn man es sehr vereinfachen will würde man sagen, dass die moderne Hypnose sich insofern von der alten Hypnose unterscheidet, indem dass sie auf die persönlichen Eigenarten des Klienten eingeht. In guter Hypnotiseur versucht sein gesamtes Wissen über Hypnose und über den Klienten dazu einzusetzen, damit die Hypnosebehandlung effektiv wird. Daher muss er auch über ein großes Spektrum an Techniken verfügen können, um auf die Eigenarten (Einzigartigkeiten) des Klienten einzugehen. In der neuen Hypnose wird NICHT der Wille des Patienten gebrochen oder sonst irgendwie ausgeschaltet, sonder ALLES für den Veränderungsprozess genutzt. Und von daher wirken die Interventionen eines guten Hypnotherapeuten - von Außen betrachtet - wohl nicht besonders spektakulär. Sie sind aber äußerst effektiv. Klinische Untersuchungen haben dann auch die Effizienz der neuen Hypnose gegenüber den alten Hypnoseformen eindeutig bewiesen. Selbstverständlich werden auch alle wirksamen Techniken der alten Hypnoseform auch bei der Neuen eingesetzt, so lange sie effektiv und wirkungsvoll sind. Nur ob sie effektiv und/oder wirkungsvoll sind, entscheidet nicht (mehr) der Hypnotherapeut, sondern der Klient, dem nicht mehr ein bestimmtes Konzept übergestülpt wird.

 

Zum Schluss müssen wir nur noch die Frage beantworten, in welchen Bereichen Hypnose wirkt.

Im Lexikon können wir unter den Begriff Hypnose meist lesen: Hypnose (gr.) , durch suggestive Beeinflussung hervorgerufener schlafähnl. Zustand, der die Bewusstseinslage, das Gedächtnis u. die phys. Reaktionen verändert. Diese Erklärung sagt also aus, dass die Hypnose sowohl im seelischen als auch körperlichen Bereich Veränderungen bewirkt. Und in alle diesen Bereichen kann auch Hypnose angewandt werden. Damit soll aber auf keinen Fall gesagt werden, dass Hypnose für Alles gut ist. Vielmehr ist es oft so, dass Menschen sich durch Hypnose einen leichten Weg oder ein Wunder erhoffen, was Hypnose NICHT leisten kann. Oft ist es sinnvoller eine normale Therapie zu machen, als sich einfach hypnotisieren zu lassen. Verantwortungsvolle Hypnose kann oft den Einstieg, die Beschleunigung oder den Abschluss eines Gesundungs- oder Veränderungsprozesses herbeiführen. Man kann aber mit Hilfe der Hypnose keine - oft auch leidvolle - Prozesse überspringen. Selbst wenn dieses mal kurzzeitig klappt, kommt die Aufgabe auf den Klienten doch nachher wieder zu, oder der Erfolg löst sich nach einer Zeit auf.

Hypnose ist trotz dieser Einschränkungen ein mächtiges Werkzeug, das hilft, Veränderungs- und Gesundungsprozesse zu bewirken, fördern und zu beschleunigen. Der interessierte Leser sollte dann mal einen Versuch wagen, sich auf diesen aussichtsreichen Weg zu begeben. Sinnvoll ist es, dann zu beginnen, wenn es einem noch verhältnismäßig gut geht und nicht erst dann, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist... Am Anfang kann man mit der äußerst preiswerten Selbsthypnose beginnen, die aber um ein vielfaches an Eigenaufwendungen abverlangt!

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