Imaginationstherapien
in der Naturheil-Praxis
Trance
Das, was als "schlafähnlicher Zustand", als Trance oder traumähnlicher Zustand bezeichnet wird, ist eine natürliche, und von allen Menschen angewandte innerpsychische Technik um zu lernen, und innere Veränderungen zu bewirken. Trance wird im KB nicht als etwas Besonderes angesehen, sondern nur als ein Bewußtseinszustand der ganz natürlich ist und i.d.R. unbewußt eingesetzt wird. So versetzen sich Menschen mehrmals am Tage in Trance, um entweder etwas genauer - innerlich - zu hinterfragen, oder um ein neues Verhalten oder eine neue Einstellung auszuprobieren und in sich zu installieren. Die Fähigkeit des "inneren Probehandelns" in einem tranceähnlichen Zustand ist eine der wesentlichen Fertigkeiten, die den Menschen in seiner Lernfähigkeit auszeichnet. Im Zustand dieses "inneren Probehandelns", welches auch als "inneres Tun" oder des "als ob"-Handelns beschrieben wird, werden nicht nur potentielle Möglichkeiten ausprobiert, sondern auch anschließend individuell bewertet und eingeordnet.
Trance ist also als ein Zustand anzusehen, in dem man zu seinen "inneren Ressourcen" sehr gut Zugang hat, und diese viel leichter und tiefer erreicht, als im Zustand "Wachbewußtsein". Das Wachbewußtsein ist im Grunde nur ein spezieller Trancezustand, der nur von den Menschen des heutigen westlichen Kulturkreises als der eigentliche Bewußtseinszustand angesehen wird. Dies war in der menschlichen Entwicklung und Geschichte nicht immer so. So haben z.B. die Ureinwohner von Nordamerika den Schlaf- bzw. Traumzustand als "eigentlich wahren, wirklichen" Bewußtseinszustand angesehen, wie es auch heute noch die australischen Ureinwohner begreifen.
Normalerweise versetzen sich Menschen selbst in Trance, um tiefes Lernen
zu bewirken. In diesem Zustand werden dann innere Bilder, Gefühle,
Geräusche (Stimmen), Gerüche und auch Geschmacksempfindungen
wahrgenommen, die den inneren Prozess begleiten, bzw. bestimmen. Die sog.
"Grade" der Trance oder deren Tiefen sind nichts weiter als der Versuch,
bestimmte Bewußtseinsstufen zu beschreiben. Sie sind sehr subjektiv
und beschreiben an sich nichts anderes, als das Empfinden des jeweiligen
Betroffenen. Es gibt nicht "die Trance", in der alle Menschen den jeweils
tiefsten möglichen Veränderungsschritt leisten können, so
wie es nicht die Deutung von Träumen geben kann. Alle Aussagen zu
diesen Komplexen sind subjektiv. Und wohl aus diesem Grunde hat Hanscarl
Leuner auch den Schwerpunkt im Katathymen Bilderleben nicht so sehr auf
die Trance gelegt, weil in diesem Bereich oft Mißverständnisse
auftauchen. Für den Lernenden des KB ist es aber oft hilfreich, auch
im Bereich der "Trance" mehr Klarheit zu besitzen. Neben dem Wissen über
das Wesen der Trance muß der Behandler auch die nötige Klarheit
über seine anwendbaren Techniken besitzen. Und hierzu gehören
auch die unterschiedlichen Trance-Einleitungs-Prozeduren. Die Kenntnis
über Prozeßstrukturen der Trance, sowie über einzelne handhabbare
Techniken, erhöhen die Flexibilität des KB-Therapeuten. I.d.R.
werden aber alle Trancen über die Einleitung der Entspannung bewirkt,
was deren Handhabbarkeit (besonders für die ungeübte Behandler)
sehr erleichtert.
Katathymes Bilderleben als individuelles Angebot des Behandlers an den Patienten.
Viele unterschiedliche Imaginationstechniken bieten die unterschiedlichsten Tranceerfahrungen an. Der naturheilkundliche Arzt, Heilpraktiker, Psychologische Berater und Psychotherapeut, welche schon Erfahrungen in gelenkter Phantasiereise, Autogenem Training, oder Wachtraum als Erfahrender und als Leiter gesammelt hat, weiß von deren Wirksamkeit und Kraft. Aber viele KursleiterInnen werden auch die Erfahrung gemacht haben, daß ihr Phantasieangebot an die Kursteilnehmer nicht die nötige Resonanz und/oder Wirkung hervorgerufen hat, die sie sich gewünscht hätten.
Jeder Mensch in seiner ureigensten Subjektivität reagiert nun ganz einzigartig auf die Imaginationsvorgaben und produziert auch nur ganz persönliche bedeutungsvolle innere Bilder und Gefühle. Und so ist es auch nicht verwunderlich, daß Menschen auf angebotene Phantasieinhalte unterschiedlich reagieren, indem sie unterschiedlich innere Bilder mit ihren ureigensten Gefühlen und Wahrnehmungen in sich hervorrufen. Und diese müssen nicht mit denen übereinstimmen (und sind diesen auch nur in den seltensten Fällen ähnlich) welche der Behandler oder Begleiter des KB in sich selbst hat, oder bei seinen KB-Klienten bewirken will. Dies ist dann auch "die Schwäche aller Imaginationstherapien", einschließlich der Hypnose! Grundsätzlich leiden alle Imaginationen unter dem Malus, daß man/frau die Imaginationsinhalte nicht kontrollieren kann. Eine Ausnahme bietet da eigentlich nur die kontrollierte hypnotische Intervention, und das Katathyme Bilderleben. Das KB hat den unschlagbaren Vorteil gegenüber allen anderen effektiven Imaginationsverfahren, daß der Therapeut immer den Imaginationsprozeß beeinflussend begleiten kann, weil er immer weiß, wo und wie der Patient die Imaginationen erlebt. Dieses Gefühl der Pseudokontrolle verhilft dann auch dem Therapeuten zu dem nötigen Sicherheitsgefühl, aus dem heraus nur sinnvolle und verantwortliche Intervention geschehen kann. Die Heilpraktiker oder Arzt kann - im Gegensatz zu den anderen Imaginationsmethoden - im KB immer wissen, welche inneren Bilder und Gefühle seine Interventionen und Angebote bei dem Patienten hervorrufen.
Es gehört zum Wesen des Katathymen Bilderleben, daß der Therapeut
sich fragend in den Tranceprozeß des Klienten "einklinkt", und ihn
auch so begleitet. Der Behandler fragt also den sich in Trance befindenden
Patienten immer, was er sieht, was sie fühlt, hört, schmeckt
und riecht. Diese Fragetechnik während der Trance bewirkt nicht nur
die Verstärkung des Sicherheitsgefühls des Behandlers, sondern
gibt dem Patienten auch das Gefühl, das sein Behandler immer bei ihm
ist, und ihn jederzeit auffangen und/oder unterstützen kann. Dies
führt dann wiederum zur Verstärkung der Trance bei dem Patienten,
weil er sich sicher fühlt und sich dadurch noch tiefer auf seine inneren
Bilder und Gefühle einlassen kann, wodurch seine Wirkung drastisch
gesteigert wird. Neben der gewünschten Verstärkung der Trance
bewirkt diese Fragetechnik auch noch eine einzigartige individuelle Behandlung
der imaginierten Bilder und Gefühle, was die Effektivität der
Intervention nachhaltig positiv beeinflußt.
Problemlösungsstrategien des KB.
Autor: Peter P. Markfort
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