Imaginationstherapien in der Naturheil-Praxis
 

For downlloading Die gefesselte Seele

  1. Die Macht der "inneren Bilder" und Gefühle des Katathymen Bilderleben (KB).

  2. Im Lexikon wird der Begriff "Imagination" mit "Einbildungskraft, Phantasie und anschauliches Vorstellungsvermögen" übersetzt. In den Imaginationstherapien wird neben den visuellen (optisch sichtbaren) Anteilen der "inneren Bilder" einer Imagination auch immer mit dem dazugehörigen Gefühlen und allen anderen Sinneswahrnehmungen gearbeitet. Der Patient (Klient) wird von dem Heilpraktiker oder Arzt im Katathymen Bilderleben (KB) in einen schlafähnlichen Zustand, oder Trance, versetzt, wo ihm dann Bilder angeboten werden, die ihn befähigen sollen, seinen Weg zu seinem Unbewußten zu finden.
     

    Trance

    Das, was als "schlafähnlicher Zustand", als Trance oder traumähnlicher Zustand bezeichnet wird, ist eine natürliche, und von allen Menschen angewandte innerpsychische Technik um zu lernen, und innere Veränderungen zu bewirken. Trance wird im KB nicht als etwas Besonderes angesehen, sondern nur als ein Bewußtseinszustand der ganz natürlich ist und i.d.R. unbewußt eingesetzt wird. So versetzen sich Menschen mehrmals am Tage in Trance, um entweder etwas genauer - innerlich - zu hinterfragen, oder um ein neues Verhalten oder eine neue Einstellung auszuprobieren und in sich zu installieren. Die Fähigkeit des "inneren Probehandelns" in einem tranceähnlichen Zustand ist eine der wesentlichen Fertigkeiten, die den Menschen in seiner Lernfähigkeit auszeichnet. Im Zustand dieses "inneren Probehandelns", welches auch als "inneres Tun" oder des "als ob"-Handelns beschrieben wird, werden nicht nur potentielle Möglichkeiten ausprobiert, sondern auch anschließend individuell bewertet und eingeordnet.

    Trance ist also als ein Zustand anzusehen, in dem man zu seinen "inneren Ressourcen" sehr gut Zugang hat, und diese viel leichter und tiefer erreicht, als im Zustand "Wachbewußtsein". Das Wachbewußtsein ist im Grunde nur ein spezieller Trancezustand, der nur von den Menschen des heutigen westlichen Kulturkreises als der eigentliche Bewußtseinszustand angesehen wird. Dies war in der menschlichen Entwicklung und Geschichte nicht immer so. So haben z.B. die Ureinwohner von Nordamerika den Schlaf- bzw. Traumzustand als "eigentlich wahren, wirklichen" Bewußtseinszustand angesehen, wie es auch heute noch die australischen Ureinwohner begreifen.

    Normalerweise versetzen sich Menschen selbst in Trance, um tiefes Lernen zu bewirken. In diesem Zustand werden dann innere Bilder, Gefühle, Geräusche (Stimmen), Gerüche und auch Geschmacksempfindungen wahrgenommen, die den inneren Prozess begleiten, bzw. bestimmen. Die sog. "Grade" der Trance oder deren Tiefen sind nichts weiter als der Versuch, bestimmte Bewußtseinsstufen zu beschreiben. Sie sind sehr subjektiv und beschreiben an sich nichts anderes, als das Empfinden des jeweiligen Betroffenen. Es gibt nicht "die Trance", in der alle Menschen den jeweils tiefsten möglichen Veränderungsschritt leisten können, so wie es nicht die Deutung von Träumen geben kann. Alle Aussagen zu diesen Komplexen sind subjektiv. Und wohl aus diesem Grunde hat Hanscarl Leuner auch den Schwerpunkt im Katathymen Bilderleben nicht so sehr auf die Trance gelegt, weil in diesem Bereich oft Mißverständnisse auftauchen. Für den Lernenden des KB ist es aber oft hilfreich, auch im Bereich der "Trance" mehr Klarheit zu besitzen. Neben dem Wissen über das Wesen der Trance muß der Behandler auch die nötige Klarheit über seine anwendbaren Techniken besitzen. Und hierzu gehören auch die unterschiedlichen Trance-Einleitungs-Prozeduren. Die Kenntnis über Prozeßstrukturen der Trance, sowie über einzelne handhabbare Techniken, erhöhen die Flexibilität des KB-Therapeuten. I.d.R. werden aber alle Trancen über die Einleitung der Entspannung bewirkt, was deren Handhabbarkeit (besonders für die ungeübte Behandler) sehr erleichtert.
     
     

    Katathymes Bilderleben als individuelles Angebot des Behandlers an den Patienten.

    Viele unterschiedliche Imaginationstechniken bieten die unterschiedlichsten Tranceerfahrungen an. Der naturheilkundliche Arzt, Heilpraktiker, Psychologische Berater und Psychotherapeut, welche schon Erfahrungen in gelenkter Phantasiereise, Autogenem Training, oder Wachtraum als Erfahrender und als Leiter gesammelt hat, weiß von deren Wirksamkeit und Kraft. Aber viele KursleiterInnen werden auch die Erfahrung gemacht haben, daß ihr Phantasieangebot an die Kursteilnehmer nicht die nötige Resonanz und/oder Wirkung hervorgerufen hat, die sie sich gewünscht hätten.

    Jeder Mensch in seiner ureigensten Subjektivität reagiert nun ganz einzigartig auf die Imaginationsvorgaben und produziert auch nur ganz persönliche bedeutungsvolle innere Bilder und Gefühle. Und so ist es auch nicht verwunderlich, daß Menschen auf angebotene Phantasieinhalte unterschiedlich reagieren, indem sie unterschiedlich innere Bilder mit ihren ureigensten Gefühlen und Wahrnehmungen in sich hervorrufen. Und diese müssen nicht mit denen übereinstimmen (und sind diesen auch nur in den seltensten Fällen ähnlich) welche der Behandler oder Begleiter des KB in sich selbst hat, oder bei seinen KB-Klienten bewirken will. Dies ist dann auch "die Schwäche aller Imaginationstherapien", einschließlich der Hypnose! Grundsätzlich leiden alle Imaginationen unter dem Malus, daß man/frau die Imaginationsinhalte nicht kontrollieren kann. Eine Ausnahme bietet da eigentlich nur die kontrollierte hypnotische Intervention, und das Katathyme Bilderleben. Das KB hat den unschlagbaren Vorteil gegenüber allen anderen effektiven Imaginationsverfahren, daß der Therapeut immer den Imaginationsprozeß beeinflussend begleiten kann, weil er immer weiß, wo und wie der Patient die Imaginationen erlebt. Dieses Gefühl der Pseudokontrolle verhilft dann auch dem Therapeuten zu dem nötigen Sicherheitsgefühl, aus dem heraus nur sinnvolle und verantwortliche Intervention geschehen kann. Die Heilpraktiker oder Arzt kann - im Gegensatz zu den anderen Imaginationsmethoden - im KB immer wissen, welche inneren Bilder und Gefühle seine Interventionen und Angebote bei dem Patienten hervorrufen.

    Es gehört zum Wesen des Katathymen Bilderleben, daß der Therapeut sich fragend in den Tranceprozeß des Klienten "einklinkt", und ihn auch so begleitet. Der Behandler fragt also den sich in Trance befindenden Patienten immer, was er sieht, was sie fühlt, hört, schmeckt und riecht. Diese Fragetechnik während der Trance bewirkt nicht nur die Verstärkung des Sicherheitsgefühls des Behandlers, sondern gibt dem Patienten auch das Gefühl, das sein Behandler immer bei ihm ist, und ihn jederzeit auffangen und/oder unterstützen kann. Dies führt dann wiederum zur Verstärkung der Trance bei dem Patienten, weil er sich sicher fühlt und sich dadurch noch tiefer auf seine inneren Bilder und Gefühle einlassen kann, wodurch seine Wirkung drastisch gesteigert wird. Neben der gewünschten Verstärkung der Trance bewirkt diese Fragetechnik auch noch eine einzigartige individuelle Behandlung der imaginierten Bilder und Gefühle, was die Effektivität der Intervention nachhaltig positiv beeinflußt.
     

    Problemlösungsstrategien des KB.

    Katathymes Bilderleben ist ein absolut individuelles Imaginationsverfahren, das alle Vorteile einer klientenzentrierten (fragenden) Gesprächsführung und die der Tranceintervention zum Inhalt hat. Die Effektivität des KB wird noch einmal dadurch erhöht, daß die Interventionen des Therapeuten auf einer ganz bestimmten Ebene erfolgen. Und diese Ebene ist die der Problemlösung und -unterstützung. Wenn z.B. der Klient sich in einer problembehafteten und/oder emotional stark erlebten (imaginativen) Situation befindet, unterstützt der begleitende Behandler ihn dadurch, das er den Patienten fragt, was er braucht, um diese Situation zu meistern oder um andere Gefühle in sich zu bewirken. "Was brauchst Du, um diese Situation zu meistern oder anders empfinden zu können?", könnte man das therapeutische Kredo des KB nennen. Die Frageform: "Was brauchst Du, um ... zu erreichen?", beinhaltet die Annahme, das der Patient diese Fähigkeiten schon besitzt! Dem anderen Menschen zu unterstellen, das dieser - vom Prinzip her - alle Fähigkeiten schon besitzt, und vielleicht nur etwas Unterstützung braucht, um an seine eigenen Ressourcen zu gelangen, ist wohl der respektvollste Umgang mit einen Menschen, den man/frau entwickeln kann. Und das phantastische an dieser Sache ist, daß jeder, der sich mit KB beschäftigt, diese Erfahrung bei sich selbst und bei den anderen erleben kann. Die - unbewußte - Grundannahme, welche der Therapeut seinen Patienten unterstellen, wird in dieser Interventionstechnik gegenwärtig! Mit dieser "inneren Einstellung" begegnet und behandelt der Behandler den Patienten sowohl im Wach- als auch im Trancebewußtsein. Und durch diese respekt- und gehaltvolle Umgangsweise fühlt sich der Patient angenommen, was dann seine positiven, inneren Kräfte freisetzt. Der so hervorgerufene "positive therapeutische Effekt" zeigt sich dann dadurch, das der Patient sich selbst besser annehmen kann, was zur Steigerung seines gesunden Selbstwertgefühls führt, welches den Kranken befähigt, gelassener und effektiver mit seinen Verspannungen, Befürchtungen, Schmerzen, Leiden und Ängsten umzugehen. Die positive Annahme aller Gefühle, Empfindungen und Wahrnehmungen führt dann dazu, daß der Patient den Blick für das Wesentliche (frei) bekommt und die Fähigkeit zu einer gesunden, natürlichen Heilung in sich entfalten kann. Die Annahme des Selbstes (oder des Ich's) führt immer zu einer größeren Ausgeglichenheit und Stärke (Liebe), die einen Gesundungsprozeß auslösen, unterstützen und halten können, und dies sowohl auf der körperlichen, als auch seelischen Existenz- und Erlebensebene. Sie befähigt und unterstützt Menschen das zu leisten, was sie leisten wollen und vermögen, und wirkt sich positiv in allen den sich anschließenden Phasen des Heilungsprozesses aus.
Autor: Peter P. Markfort
 
Alle hier veröffentlichten Beiträge des Autors stehen  nur für Privat- und Schulungszwecke  zur freien Verfügung.

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